|Rezension| Hector fängt ein neues Leben an von François Lelord

Buch, Hector

»Doktor, ich will ein neues Leben anfangen.« Oft hört Hector das von seinen Patienten. Aber findet man dadurch sein Glück? Und wenn ja, könnte Hector das von seiner eigenen Unzufriedenheit heilen? Auf der Suche nach Antworten begibt er sich auf eine Reise durch Paris und lernt dabei nicht nur sich selbst, sondern auch seine eigene, wunderbare Stadt neu kennen.

Hector fängt ein neues Leben an ist der sechste Roman aus der Hector-Reihe. Das große Thema, mit dem François Lelord sich in diesem Roman beschäftigt, ist die Midlife-Crisis. Sowohl seine Patienten als auch er selbst stecken nämlich mittendrin. In der Midlife-Crisis.

Die Midlife-Crisis war ein bisschen wie die Lautsprecheransage: «Liebe Kunden, unser Geschäft schliesst in wenigen Minuten, bitte beeilen Sie sich, Ihre Einkäufe für ein neues Leben zu erledigen, denn sonst wird es zu spät dafür sein. » (S. 13)

Hector beschleicht immer häufiger das Gefühl, in seiner Praxis eingesperrt zu sein und auch an der Ehe mit seiner Frau Clara zweifelt er, obwohl er seine Frau doch eigentlich liebt. Hector beschäftigt sich im Laufenden mit der Frage, wie es wäre, ein neues Leben anzufangen und was das überhaupt bedeutet. Er weiß, dass er etwas ändern muss. Geholfen wird ihm dabei durch seinen alten Freund und Kollegen François. Schließlich begiebt sich Hector auf die nicht ganz einfache Reise der Lebensneugestaltung.

François Lelord gelingt es, das Thema der Midlife-Crises mit Humor und einer gewissen Leichtigkeit, wenn auch mit der nötigen Seriosität anzugehen. Indem er uns mit auf die Reise durch Hectors Gedankendschungel (und parallel dazu auch durch den von Hectors Patienten) nimmt, bringt er uns die Konflikte näher, mit denen man in dieser Phase des Lebens zu kämpfen hat. Dabei beginnt man unweigerlich über sein eigenes Leben nachzudenken. Ich konnte mich in einigen Gedankengängen selbst wiederfinden, was mir Hector auch so sympathisch gemacht hat. Gleichzeitig konnte ich mich aber auch mit seiner Frau Clara identifizieren, da auch ihre Seite der Geschichte von François Lelord beleuchtet wird. Das hat mir sehr gut gefallen. Dass beide Seiten einer Beziehung berücksichtigt werden (wenn auch der Schwerpunkt auf der Geschichte von Hector liegt).

Fazit:

Ein sehr gelungener Roman, der zum Nachdenken anregt und einen auf eine humorvolle Art und Weise an das Thema der Midlife-Crisis heranführt. Noch dazu spielt er in Paris (Liebe!).

3,5/5 Herzenspunkte

Hector fängt ein neues Leben von François Lelord – Piper Verlag – 208 Seiten – Taschenbuch – 8,99 € – bei Amazon kaufen

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